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              Ostern '07

Segeltörns

Bericht Ostern 2007
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Als Schiffsköchin auf der Platessa während der Osterferien 2007
von Ethelrita Schernthaner

Ein Frühstück ohne ein „Platessabrot“ ist wie die Platessa ohne Ewald, sagte ich mir, nahm eine Scheibe Brot aus dem Brotkorb und legte sie auf meinen Teller. Diese bestrich ich mit Butter und Nutella, schnitt einige Scheiben von einer Banane ab, legte diese obendrauf und fertig war die 1. Variante eines Platessabrotes. Es gibt dann noch eine 2. Variante, die
Feinschmecker-Variante, nämlich das “Käse-Bananenbrot mit Nutellahäubchen“. Man bestreicht eine Scheibe Brot mit Butter und belegt es mit einer Scheibe Käse. Darauf legt man einige fein geschnittene Bananenscheiben, die mit Nutellahäubchen verziert werden.
Beide Varianten wurden in den diesjährigen Osterferien auf der Platessa, im Hafen von Eckernförde, ausprobiert und als super lecker eingestuft. Die Frage nach der Banane in fränkischem Dialekt löste immer wieder Heiterkeitsausbrüche aus.
Michael fragte auf fränkisch: „ Medi, willst a Banane?“
Ich antwortete auf  hessisch: „ Ja Mischael, gebb mer mal die Banan e riwwer, damit isch mir e paa Scheibscher abschneide un uff mei Nudellebrod leesche kann!“
Aus allen Richtungen Deutschlands und sogar aus Salzburg waren sie gekommen, meist Jugendliche, die sich um den großen Esstisch in der Messe zum Frühstück versammelt hatten. Und alle hatten sie nur das eine Ziel vor Augen, nämlich das Schiff für die neue Segelsaison herzurichten. Da gab es viel zu tun. Es musste alles abgeschliffen und neu gestrichen werden. Die Segel wurden abgenommen und in einer großen Halle ausgebreitet und wo es nötig war, von Michael und Christoph repariert. Tagelang dröhnten die Schwingschleifer. Mir kam es so vor, als würde ein Schwarm Hornissen immerzu übers Deck fliegen und ich war froh meine Arbeit unter Deck verrichten zu können.
Ich hatte nämlich für zwei Wochen als Schiffsköchin „angeheuert“. Eine Herausforderung der besonderen Art für mich, denn die Schiffsküche ist nicht mit meiner neuen großen Küche zu Hause zu vergleichen. Sie ist klein, ohne moderne E- Geräte wie Kühlschrank, Gefriertruhe, Dunstabzugshaube, Spülmaschine und fließend kaltem und warmem Wasser. Und doch ist sie mir mit den Jahren, in denen ich während eines Segeltörns oder während einer Werftzeit in ihr gekocht habe, regelrecht ans Herz gewachsen. Da ist der Gasofen, auf dem die großen Töpfe und Pfannen Platz haben und die Spüle mit dem Pumpenschwengel, mit dem man das kalte Wasser zum Fließen bringt. Da sind die Regale in denen das Geschirr, Gewürze, Mehl, Salz, Zucker, Kaffee und was man sonst noch in der Küche braucht, untergebracht sind.
Wäre ich 20 cm größer, käme ich bequem an die oberen Regale um mir die nötigen Zutaten, die ich zum Kochen brauche, zu holen. So muss ich mit  Schwung Anlauf nehmen, mich recken und strecken, bis ich die Gewürze erreicht habe.
Auf den Trick mit dem Kochlöffel aber bin ich besonders stolz, habe ich ihn doch selbst erfunden, um an das oberste Regal zu kommen, in dem die Wassergläser untergebracht sind. . Als ich wieder einmal ein Glas brauchte, nahm ich einen der großen Kochlöffel, stieß damit ein Glas um, steckte den Stiel hinein, hob es auf und jonglierte es nach unten.
Ach, war das eine Freude, konnte ich doch nun meinen „Aperitif“ in einem feinen Glas und nicht in einem groben Becher trinken, denn ich liebe es beim Kochen einen Drink zu mir zu nehmen.
Ja und während oben der Hornissenschwarm über das Deck brummte, stand ich unten in der kleinen Bordküche und bereitete das Mittagessen zu.
Putengulasch mit Reis und Salat sollte es geben, für 18 Personen, unter Berücksichtigung eines Vegetariers und eines Diabetikers.
Während ich damit beschäftigt war das Putenfleisch in kleine Würfel zu schneiden, ging oben die Luke auf, ein paar Beine hangelten sich den Niedergang herunter, dann erschien das dazu gehörige Hinterteil und dann stand die ganze Person vor mir, Lena. 
Medi, kann ich was zu trinken bekommen, ich habe großen Durst, teilte sie mir in ihrer Fantasiesprache mit. Dabei rollte sie das R und verdrehte die Wörter derart komisch, dass ich erst einmal einen Lachanfall bekam, wehrlos über dem Spülbecken hing und mich am Pumpenschwengel festhalten musste. Als ich mich wieder etwas beruhigt hatte, sagte ich zu ihr, nimm was Du möchtest. Wir hatten ausreichend Orangen- und Apfelsaft, sowie Mineralwasser an Bord. Außerdem kochte ich immer genügend Kaffee und Tee, der in Thermoskannen bereit stand.
Nachdem Lena ihren Durst gestillt hatte, briet ich das Fleisch portionsweise in der Pfanne an, schnitt Möhren in Scheiben, Paprika und Zwiebeln in Streifen, Pilze in feine Scheiben, hackte Knoblauch, putzte den Salat, wusch ihn, ließ ihn ablaufen, schnitt Tomaten und Gurken klein, schnitt Petersilie fein und rührte mit Olivenöl und Zitronensaft eine leckere Salatsoße an.
Dann wusch ich den Reis und setzte ihn mit der doppelten Menge Wasser und mehreren Löffeln Salz im großen Topf auf die Gasflamme. Vollkornreis braucht lange bis er gar ist, wusste ich aus Erfahrung und schaute auf die Uhr, halb zwölf, um ein Uhr sollte es Mittagessen geben.
Da bin ich mit der Zeit gut dran, dachte ich, stieg den Niedergang hoch, stieß die Lukentür auf und schaute nach den summenden Hornissen. Alle bei der Arbeit, stellte ich fest und sah Svenja am Groß- und Jakob am Besanmast hoch oben in den Gurten hängen und mit dem Schwingschleifer die Lackierung abschleifen. Das muss ich festhalten dachte ich, holte die Kamera aus der Koje und machte ein paar Aufnahmen.
Dann stieg ich wieder hinunter, deckte den Tisch und kümmerte mich um das Mittagessen.
Zwischendurch setzte sich Ewald an den Tisch um eine Tasse Kaffee zu trinken.

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