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Segeltörns

Überführung nach Arnis, 04.11.06
Übersicht | Törnbericht

Unsere gute alte „Platessa“ ist zwar nicht mehr ganz jung, aber wir haben selbst in schwerem Wetter niemals Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Seetüchtigkeit haben müssen. Dass dem so ist, liegt natürlich vor allem an der guten Schiffspflege durch den Skipper, die Bootsleute und die vielen Freunde der charmanten alten Dame. Zu einer  guten Wartung gehört natürlich auch, dass das Schiff in jedem Winter einmal in die Werft geht, damit das Unterwasserschiff überholt werden kann. Dazu wird die Platessa vorsichtig auf einen Slipwagen manövriert, dessen Pallungen vorher auf die Maße des Platessa-Rumpfs abgestimmt wurden. Dann wird der auf Schienen laufende Slipwagen zusammen mit der fest vertäuten „Platessa“ mit einer starken Seilwinde so weit an Land gezogen, dass man trockenen Fußes um den Haikutter herumlaufen kann. Bei der anschließenden Inspektion des Unterwasserschiffs wird dann begutachtet, ob und wie viele Planken ausgewechselt werden müssen und wo Plankennähte nachkalfatert werden müssen. Während der Instandsetzung des Unterwasserschiffs wird lose Farbe abgekratzt, wird geschliffen und grundiert. Nach Abschluss dieser Arbeiten wird das gesamte Unterwasserschiff mit „Antifouling“ gestrichen. Und bevor die „Platessa“ wieder zu Wasser geht, werden auch die „Zinkmäuse“ (Opferanoden), die die elektrolytische Korrosion an Metallteilen unter Wasser verhindern sollen, erneuert.
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Am 04. November 2006 ist es wieder so weit. Nach vielen erfolgreichen und interessanten Törns im Traumsommer 2006 soll die „Platessa von Esbjerg“ nach Arnis in die Werft.
Ewald hat eine kleine Crew von bekannten Bootsleuten, Freunden und Helfern eingeladen. Das Gros der Crew ist bereits am Freitagabend angereist, Samstag früh soll es losgehen. Die Wetteraussichten sind nicht gerade rosig - regnerisch und windig soll es werden. Tatsächlich regnet es auch erst einmal, und die über Deck gespannten Planen haben ordentliche Pfützen. Bevor der Hafenmeister die Brücke aufmacht, muss ein größeres Schiff von der Baustelle im Außenhafen verholt werden. Da sind ein paar kräftige Hände von der „Platessa“ nötig. Als es dann endlich losgeht, hat der Regen aufgehört und der Wind weht mit 3 – 4 Beaufort aus West. Eine Viertelstunde später sind bis auf die Topsegel alle Segel gesetzt und die „Platessa“ läuft anfangs gemächlich und später immer schneller in gutem Abstand von der Luvküste in Richtung Schlei. Dann kommt auch die Sonne durch, und es wird noch einmal ein richtig schöner Segeltag. Die Bilder können das besser erzählen als Worte.
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Vor Schleimünde werden die Segel geborgen, und das Schiff läuft unter Maschine in Richtung Kappeln. In der Schleimündung stehen kräftige Stromwirbel und trotz Westwind schiebt ein einwärts setzender Bullenstrom das Schiff durch das enge Fahrwasser so schnell an Maasholm vorbei, dass wir vor der Brücke in Kappeln warten müssen. Da muss dann auch noch einmal das Ölzeug herausgeholt werden, denn es gibt einen kräftigen Regenguss. Im Museumshafen parkt Ewald das Schiff millimetergenau in eine ziemlich enge Lücke zwischen „Saelöer“ und „Flinthörn“. In Kappeln ist die Saison bereits zu Ende, Duschen und Toiletten sind geschlossen, aber ein paar Restaurants haben noch geöffnet. Unsere jüngste Seefrau Charlotte (12) kocht mit Vater Michael ein kräftiges Abendessen für die neunköpfige Crew. Es wird noch ein netter Abend mit viel Seemannsgarn und „Weißt Du noch – Geschichten“.

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Am nächsten Morgen ist der Strom gekentert und es regnet wieder einmal. Auf dem Wege nach Arnis erhebt sich die Frage, ob wir nicht noch einmal Segel setzen und bis Lindaunis segeln sollen. Ein bisschen Gruppenzwang ist natürlich auch dabei, denn wer bei diesem miesem Wetter nicht unbedingt dafür ist, gehört in wohl die Kategorie „Weichei“, und das möchte man ja eigentlich nicht sein. Erst als zwei ältere Fahrensleute äußern, dass sie das nicht unbedingt haben müssten, ist der Gruppendruck aufgehoben und man fährt fröhlich und erleichtert in die Werft, wo Peter Eberhard uns schon erwartet.

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Herzlichen Dank an Ewald und die Crew. Das war eine entspannte und richtig fröhliche Überführungsreise. Anders als bei einem Ausbildungstörn, wo eingewiesen und immer wieder überwacht werden muss, wusste hier jeder, was er zu tun hatte.

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Für die vierzehntägige Werftzeit wünschen wir Ewald trockenes Wetter und viele kräftige helfende Hände. Wer Zeit und Lust dazu hat, kann sich bei Ewald auf dem Handy melden.

Wulf Plesmann

 
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