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      21. bis 28. August

Segeltörns

Sommersegeltörn 21 bis 28/8
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Bericht von Heinz

Der Weg ist das Ziel

„Segeltörn mit dem Seniorenbüro“ - dieser Zeitungsartikel, in dem vom 21. bis 28. August 2011  eine Segeltour auf dem ehemaligen dänischen Fischkutter Platessa angeboten wurde, sprang mir sofort ins Auge und ließ mich nicht mehr los. Nach Besuch der Infoveranstaltung war für mich die Entscheidung gefallen und ich befasste mich mit den ausgeteilten Unterlagen, in denen alle,  für die Fahrt wichtigen Dinge aufgeführt waren.

Erwartungsvoll standen wir zu dritt am Sonntag, den 21. August kurz vor 8.00 Uhr am Miltenberger Bahnhof und fuhren schwer bepackt los. In Laudenbach stieg ein weiterer Mitreisender zu und über
Aschaffenburg erreichten wir Frankfurt, wo zwei weitere Mitsegler zu uns stießen. Ein Offenbacher Ehepaar war bereits mit dem Auto nach Eckernförde unterwegs. Über Hamburg und Kiel erreichten wir kurz nach 16.00 Uhr unser Ziel Eckernförde. Etwa zwanzig Minuten später erblickten wir am Hafen unser Zuhause für eine Woche. Da die letzten Aufräumarbeiten noch nicht beendet waren, wurde das Gepäck am Kai abgelegt und wir gingen in eine Eisdiele am Hafen.
Kurz vor 18.00 Uhr trafen wir uns an Deck. In einer Vorstellungsrunde machten wir uns gegenseitig bekannt. Das Alter der Teilnehmer reichte von 14 Jahren bis 76. Von Anfang an waren alle per Du.
Es folgte das Beziehen der Kojen, erste Belehrungen über das Verhalten an Bord und abschließend wurde in einem griechischen Lokal zu Abend gegessen und wir verbrachten die erste Nacht an Bord.
Das Frühstück nahmen wir nach einem Gebet in der Messe ein. An die Enge mussten wir uns erst gewöhnen – 15 bis 17 Personen um einen Tisch. Danach wurden die Dienste eingeteilt, eine Angelegenheit, die sich von nun an  tagtäglich wiederholte. Es musste gesaugt, geputzt, gekocht, gespült, abgetrocknet und auch eingekauft werden. Die gute Zusammenarbeit und gegenseitige Hilfsbereitschaft zeigte sich bereits jetzt. Es dauerte keine zwei Minuten, bis jeder  eine Aufgabe übernommen hatte. Anschließend folgten weitere Sicherheitshinweise, der Gebrauch der Schwimmwesten wurde geübt, die Funktion der Pumpe für die Pantry(Küche) und für die des  WC wurde erklärt und auch geübt. Übrigens war das letztere nur für unterwegs vorgesehen, während wir in den Häfen waren, wurden die dortigen Toilettenanlagen benutzt. In einer ersten Erklärung wurden die Namen der Masten, die der Segel und deren Bedienung an den verschiedenen Blöcken genannt. Bis wir aber einigermaßen vertraut mit der als Ketsch getakelten Platessa waren, sollte noch etwas Zeit vergehen. Nachdem die beiden Wachen(Steuerbord- und Backbordwache) eingeteilt waren, ging es mittags bei tollem Wetter los. Gegen 15.30 Uhr erreichten wir unser erstes Ziel Damp. Noch bevor der Stromanschluss hergestellt wurde folgte eine Gesprächsrunde, bei der jeder seine Eindrücke, Empfindungen mitteilte, auch dies gehörte zu den festen Ritualen, die sich jeden Tag wiederholten.

Am Dienstag legten wir eine weite Strecke zurück. Wir segelten um 9.30 Uhr los und erreichten bei recht wechselhaftem Wetter, von Regen über Sonnenschein war alles mehrfach geboten, unter vollen Segeln gegen 18.00 Uhr Faaborg in Dänemark. Unterwegs war für die Freiwache Unterricht in seemännische Knoten. Der dortige Hafen bot einen tollen Anblick, da mehrere größere Segelschiffe festgemacht hatten.

Mittwochs fuhren wir unter Motor nur eine kleine Strecke und erreichten die Insel Lyoe bereits um 11.00 Uhr. Die geschichtsträchtige Insel besitzt noch heute einige Dolmen und Grabhügel. Der größte und besterhaltene, der „Glockenstein“ - eine Grabkammer von 3500-3100 v.Chr. liegt auf einem 20 Meter hohen Hügel, von dem man einen schönen Blick über den Kleinen Belt hat. Auch bei den Wikingern war  dieser Ort ein Heiligtum.  Auf dem Hinweg wurde im Inseldorf ein deutscher Pferdeflüsterer aufgesucht und das Platessa-Buch „der Weg ist das Ziel“ abgegeben. Am nächsten Tag erhielten wir frühmorgens durch seine Frau ein Pferdebuch und eine Flasche Wein von ihm.

Am Donnerstag ging es gegen 10.00 Uhr bei geringem Wind weiter in Richtung Soeby auf der Insel Aeroe. Wir erreichten den Ort gegen 15.00 Uhr, die letzten paar Seemeilen mussten mit dem Motor zurückgelegt werden. Am Abend wurde Karten gespielt und für viele war das Kartenspiel „Shanghai“ neu.

Wir starteten am Freitag gegen 9.00 Uhr. Es war tolles Segelwetter und wir konnten zunächst noch  fast alle Segel setzen. Ab 10.00 Uhr wurden wegen des stärker werdenden Windes nach und nach  die Segel weggenommen und ab 12.30 Uhr fuhren wir nur noch unter dem Großsegel und erreichten bei maximal Windstärke 7 noch eine Geschwindigkeit von 7,4 Knoten, das sind etwas mehr als 12 km/h. Als wir gegen 14.00 Uhr das dänische Sonderborg und damit wieder ruhigeres Fahrwasser erreicht hatten, waren bei der Gesprächsrunde nicht alle von dem Segeltag begeistert (seekrank), obwohl es für die meisten Teilnehmer herrlich war. Die Stadt bot eine Fußgängerzone mit vielen Geschäften und Lokalen, aber die Preise waren für uns Deutsche doch sehr gewöhnungsbedürftig.

Der Samstag erwies sich als der regenreichste Tag unseres Törns und wir wurden alle ziemlich nass, trotz entsprechender Kleidung. Bei ruhiger See konnten wir alle Segel setzen und erreichten Damp gegen 16.00 Uhr – wir waren wieder in Deutschland! Am Abend trafen wir uns fast alle in einem Lokal am Hafen.

Am Sonntag verließen wir Damp gegen 9.30 Uhr. Da Gegenwind war, musste die Strecke nach Eckernförde mit Motor zurückgelegt werden. Unseren Ausgangspunkt und damit den Heimathafen der Platessa erreichten wir gegen 12.30 Uhr. In der abschließenden Gesprächsrunde wurde von allen Teilnehmern nochmals das herzliche Verhältnis aller Teilnehmer untereinander gelobt. Die gegenseitige Hilfsbereitschaft, das Ausführen von Anordnungen, auch wenn sie von weitaus jüngeren aber viel erfahreneren Teilnehmern kamen, war eine Selbstverständlichkeit. Spontan wurde ein neuer Törn im nächsten Jahr vereinbart, worauf sich auch der Verfasser dieser Zeilen freut.

Heinz

 
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