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              AB-Törn '08

Segeltörns

Ausbildungstörn vom 28.09. bis 05.10.08
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Bericht von Sebastian:

Der Ausbildungstörn auf der Platessa war für mich noch einmal eine ganz andere Art und Weise das Schiff kennen zu lernen. Ich wusste nicht wer kommt und wie der Törn verlaufen würde! Als wir uns am Abend alle zusammengefunden hatten, stellte sich jeder kurz vor und erläuterte, warum er diesen besonderen Törn mitmachen wolle, und was er sich für den Törn wünschen würde.
Gleich am nächsten Tag ging es mit vollem Programm los. Zuerst besuchte uns ein ehemaliger Marinearzt und erklärte uns die wichtigsten Erste-Hilfe-Maßnahmen auf See. Es war ein sehr interessanter Vortag, weil der Arzt die Dinge sehr gut erklärte. Danach teilten wir die Gruppe und nun durften wir im fliegenden Wechsel je 1½ Stunden Jollensegeln. Ein tolles Erlebnis und völlig anders als auf der Platessa. Dabei konnten wir uns gut näher kennen lernen. Um kurz vor vier verließen wir schließlich den Hafen von Eckernförde um schon bald wieder in Damp anzulegen. Dort angekommen mussten alle wichtigen Arbeiten erledigt werden, wie jeden Abend.
Am nächsten Tag legten wir schon um 7h ab um den Tag voll ausnutzen zu können. Bei regnerischem Wetter und mit Till als Bootsmann ging es mit gutem Wind in Richtung Sønderborg. Jeder hatte seinen festen Platz auf dem Schiff, jeden Tag wurde neu eingeteilt. In Sønderborg konnten wir in der Nähe der Hafeneinfahrt vor der Brücke anlegen. Nach dem Festmachen setzten wir uns, wie das die Bordgemeinschaft der Platessa immer macht, in einen Kreis und jeder erzählte von seinen Eindrücken und Erlebnissen. Anschließend erzählte uns Michael Barz etwas über die Navigation. Er gab uns aber nicht nur Einblick in die heutigen Möglichkeiten der Navigation, sondern auch über deren Entwicklung insbesondere ab dem 15. Jahrhundert, sowie das Navigieren ohne technische Hilfsmittel, welches ein jeder Kapitän beherrschen muss. Dies war ein informativer und sehr interessant gestalteter Vortrag. Danach arbeiteten wir an Deck. Es gab verschiedene Arbeitsgruppen, die u. a. Fallen, Schoten und andere Leinen austauschten sowie andere kleine Arbeiten erledigten. Nun kam das Abendessen. An dieser Stelle ist allen Köchen sehr herzlich zu danken, die uns immer nach einem hungrig gemacht habenden Tag mit leckerem Essen versorgten. Nach dem Essen begaben sich viele in die Stadt, andere ruhten sich auf dem Schiff aus. Auch am kommenden Tag fuhren wir sehr zeitig los und kamen nach einem schönen Segeltag, den wir uns nicht durch den Regen vermiesen ließen, am Nachmittag in Abenraa an. Nach einer längeren Toiletten-Such-Aktion, fanden wir uns wieder auf dem Schiff ein. Gleich danach hielt Klaus uns einen „Vortrag“ über die wichtigsten Phänomene zum Thema Wetter. Wir stellten Fragen und er erklärte zu verschiedenen von uns und ihm aufgestellten Punkten etwas. Zwei tolle, durchwegs interessante und informative Stunden.
Nicht zu vergessen ist der Hackenporsche mit welchem Ewald und Petra immer für uns alle einkaufen gingen. Hat auch sichtlich Spaß gemacht. Am Abend durften wir bei gemischtem Wetter die Stadt erkunden. Eine schöne Stadt, trotz der vielen Industriebauten.
Am darauf folgenden Tag legten wir einen Hafentag ein. Dieser war mit einem Arbeitprogramm angesetzt. Wieder teilten wir uns in verschiedene Gruppen und erledigten Arbeiten aller Art. Es kam eine Stimmung auf, die ich nur von der Osterwerftzeit kannte. Wir wuchsen als Gemeinschaft immer stärker zusammen. Sogar das Wetter spielte mit! Am Nachmittag begann unser 1 Teil der Schiffsführung. Klaus führte uns durch das Vorschiff und erläuterte dieses; ebenso tat er dies auf Deck. Nach einem Tag voller Arbeit und Erlebnissen konnten wir alle gut schlafen.
Am Freitag legten wir bei schönem Wetter nach einem guten Frühstück in Abenraa ab. Ich (Sebastian) war Bootsmann. Ich freute mich sehr, einen Tag die Möglichkeiten zu haben, Bootsmann zu sein. Das Segelsetzen ging dann aber erst mal nicht so gut und erst beim Segelbergen verlief alles gut. Ich danke allen die mich unterstützt und mir Mut gegeben haben!
In Sønderborg war für die meisten erst einmal ein Softeis (bei weniger als 10°C) und eine warme Dusche fällig. Danach begann der 2. Teil der Schiffsführung. Zusammen mit Michael erkundeten wir das Mitt- sowie das Achterschiff.
Genial und vor allem spannend war die Geschichte, die uns Michael jeden Abend erzählte. Leider konnten wir nur ein sehr kleines Stück aus dieser mehrbändigen Buchreihe lesen.
Als wir am nächsten Tag bei schönstem Wetter nach Damp aufbrachen, wussten wir nicht, was uns schon kurz nach dem Anlegen der Platessa passieren sollte: Tills Fuß knickte um und sein Knöchel schwoll so schnell an, dass Julian, Hinnark und ich Till mit einem Transportwagen in das nahe gelegene Krankenhaus fuhren. Die Diagnose lautete: Zwei gerissene Bänder aber ansonsten alles OK! Wie Michael sagte, ein oskarfilmreifer Auftritt. Dieser setzte sich am Abend im Vital-Restaurant fort, indem es übrigens sehr lecker geschmeckt hat. Auch der anschließende Besuch der danebenliegenden Bar war sehr amüsant und schön.
Nun war der letzte Tag angebrochen und dieser begrüßte uns mit viel Wind und hohen Wellen. Wir verließen Damp sehr zeitig und mussten mit voller Maschinenkraft ohne gesetzte Segel den Weg Richtung Eckernförde antreten. Im sicheren Hafen angekommen legten wir neben zwei anderen Schiffen an. Wir räumten das Gepäck von Bord und putzten es und machten es Startbereit für die nächste Gruppe. Dann kam der der wirklich schwere Abschied, der wie ich meine, keinem leicht gefallen ist. Jeder trat nun seinen Heimweg an.
Der Ausbildungstörn war für mich ein sehr schönes und unvergessliches Erlebnis bei dem ich wieder viele neue Sachen dazu lernte!!!
Ich möchte mich sehr herzlich bei Ewald, Petra, Michael und Klaus bedanken, die uns das alles ermöglicht haben, und ich denke ich spreche im Sinne der Gruppe.

Sebastian Clausen

Besatzung:

Ewald, Petra, Michael, Klaus

Mannschaft:

Julian, Till, Hinnark, Helena, Tabea, Jakob L., Jakob F., Andreas, Rafael, David, Michael, Gerhard, Sebastian

Bericht von Andreas:

Hallo, Freunde des gepflegten Bordvergnügens!
Der Ausbildungstörn war ein beeindruckend schönes Erlebnis. Bei "frischem" Wetter ging es über Damp und Sonderborg nach Abenraa. Das Schiff war voll und vor allem voller Motivation und Kollegialität. Ich glaube, es dauerte keine zwei Tage bis sich alle prima zusammengelebt hatten. Dazu trug natürlich auch das straffe Programm von Michael und Klaus einen großen Teil bei. Jeder Tag war mit Segeln (auch mal unter vollen!), den anfallenden Aufgaben und einer Menge Wissenszuwachs reich gefüllt.
Michael und Klaus hatten tolle Vorträge über Navigation und Wetterkunde vorbereitet, und das haben wir natürlich alles gleich ausprobiert. In Abenraa lagen wir den Mittwoch im Hafen und den ganzen Tag über wurden Reparaturen durchgeführt; ein großartiger Tag, an dem alle voneinander lernen konnten.
Spleißen, Takling, Ruderkette nachstellen, entlegenste Winkel reinigen, es war alles dabei. Bei der Gelegenheit und auch bei der Schiffsführung, die uns mal jede Ecke der Platessa nahe brachte, ließ sich mal (annähernd) die ganze Komplexität der Platessa erahnen. Besuch gab es auch. Ein pensionierter Marinearzt hat Anekdoten erzählt und einige wichtige Dinge zu Notfällen auf dem Schiff erläutert, Unterkühlung usw. wie gesagt, die Tage waren voll und erschöpfend. abends gabs immer ein Kapitelchen aus "Hornblower" von Michael vorgelesen, da sind die ein oder anderen dann gerne schon nach zwei Minuten weggeknackt.

Ich freu mich schon aufs nächste Mal. Vielleicht ist dann auch jemand von euch dabei?

beste grüße, andreas

 
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